Nordkorea feuert Raketen ins Gelbe Meer, Spannungen auf der Halbinsel nehmen zu

Offenbar reagiert Nordkorea etwas harsch auf die Wahl eines konservativen Hardliners zum Präsidenten Südkoreas. Erneut wurden Raketen ins Meer gefeuert.

Nordkorea hat am Sonntag mutmaßliche Kurzstreckenraketen ins Gelbe Meer abgefeuert. Wenige Tage zuvor hatte der Norden versucht, eine ballistische Rakete abzufeuern, die laut Reuters beim Start explodierte und damit einen schweren Fehlschlag erlitt. Die jüngsten Waffentests des Nordens schüren die Besorgnis über die zunehmenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel.

Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums wurden am Sonntag vor der Westküste Nordkoreas „Kurzstreckengeschosse“ entdeckt. Das Ministerium erklärte, es beobachte die Situation und halte sich in Bereitschaft.

„Heute Morgen wurde in Nordkorea ein Beschuss festgestellt, bei dem es sich vermutlich um den Abschuss mehrerer Raketen handelt. Unser Militär beobachtet die Situation und hält sich in Bereitschaft“, so Südkoreas Generalstabschef in einer Erklärung.

Die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, dass innerhalb einer Stunde vier Raketen an einem nicht näher bezeichneten Ort in der nordkoreanischen Provinz Pyongan abgefeuert wurden. Alle Geschosse seien im Gelben Meer gelandet.

Das südkoreanische Präsidialamt teilte mit, dass wegen der Raketenabschüsse eine Dringlichkeitssitzung des nationalen Sicherheitsrates abgehalten wurde. Die Mitglieder des Rates analysierten Details über die Abschüsse und standen in engem Kontakt mit den USA.

Es wird erwartet, dass Südkorea seine militärischen Fähigkeiten auf der Halbinsel ausbauen wird, nachdem es kürzlich Pläne zur Beschaffung eines milliardenschweren Raketenabwehrschildes genehmigt hat, das dem israelischen „Iron Dome“ ähnelt und darauf ausgelegt ist, die ballistischen und Langstreckenraketen des Nordens abzuschießen.

In Südkorea ist ein Machtwechsel im Gange: Die Amtszeit von Präsident Moon Jae-in endet im Mai und wird von einer konservativen Regierung unter der Führung von Yoon Suk Yeol abgelöst, der sich für ein stärkeres Militärbündnis mit den USA ausgesprochen hat.

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Am Mittwoch führte der Norden den zehnten Waffentest in diesem Jahr durch, der jedoch fehlschlug, nachdem das Projektil während der Startphase explodierte.

Die jüngsten Waffentests könnten darauf hindeuten, dass der Norden den Abschuss einer Hwasong-17-Rakete vorbereitet, die erstmals bei einer Militärparade im Jahr 2020 vorgestellt wurde, um seine Langstreckenfähigkeiten zu testen und das US-Festland in Schlagdistanz zu bringen.

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