Werden steigende Lebensmittelpreise für globale Unruhen sorgen?

Die Preise für Lebensmittel und für Düngemittel ziehen derzeit massiv an. Dies wird sich auf die Inflation auswirken und gerade die Ärmsten unter Druck setzen.

Aktuell sieht es in Sachen Lebensmittelversorgung weltweit nicht gerade positiv aus. In einigen Gegenden gab es Dürren, andere hatten mit Überschwemmungen zu kämpfen und dann gibt es noch diverse Probleme mit Insekten – wie den Heuschreckenplagen in Ostafrika und auf der Arabischen Halbinsel – und natürlich noch die Afrikanische Schweinepest. Die globalen Lockdowns haben auch die Verschiffung von Lebens- und Futtermitteln deutlich eingeschränkt, was sich auch negativ auf die Versorgung auswirkt.

Das Resultat ist deutlich sichtbar: die Lebensmittelpreise ziehen rund um den Erdball deutlich an. Für die Konsumenten in den reichen Ländern, in denen durchschnittlich zwischen zehn und fünfzehn Prozent des Einkommens für Nahrungsmittel und Getränke draufgehen, ist dies weniger ein Problem. Doch in den ärmeren Ländern wo oftmals mehr als die Hälfte des Einkommens für Nahrung und Getränke aufgewendet wird, ist dies ein Horrorszenario.

Gerade in Afrika und Asien, aber auch in Teilen Lateinamerikas kann die zunehmende Lebensmittelunsicherheit zu verstärkten Protesten gegen Regierungen führen, was regionale Instabilitäten mit sich bringen kann. Insbesondere dann, wenn die Preise für die wichtigsten Grundnahrungsmittel deutlich ansteigen. Der Global Food Index der FAO ist jedenfalls schon auf einem neuen Höchststand seit einer Dekade.

Da jedoch derzeit auch die Düngemittelpreise in die Höhe schießen, dürfte sich dies auch auf die kommenden Ernten auswirken. Das heißt: günstigere Lebensmittelpreise wird es auch in den folgenden Monaten kaum geben. Je länger dieser Zustand anhält, umso größer der Unmut. Und angesichts der Entbehrungen der Menschen während der Lockdowns in den letzten anderthalb Jahre, die schon viele Reserven aufbrauchen ließen, sorgt jede Verlängerung der Durststrecke für noch mehr Unmut.

Lesen Sie auch:  Großbritannien und die NATO orientieren sich stark nach Asien

Im schlimmsten Fall erleben wir in den kommenden Monaten eine Welle der Unmut über den Globus brausen, der dutzende Regierungen zu Fall bringen und die politischen Verhältnisse ganzer Regionen destabilisieren könnte. Kriegerische Auseinandersetzungen um natürliche Ressourcen zwischen Nachbarstaaten inklusive. Dies könnte unter Umständen auch zu einigen „tektonischen Verschiebungen“ auf geopolitischer Ebene führen.

Hier können Sie uns folgen und unsere Artikel teilen:
Pin Share

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.