Schwierige Syrien-Gespräche zwischen Putin und Bennett stehen an

Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett wird noch in diesem Monat nach Moskau reisen, wobei die Medien den 22. Oktober als vorläufigen Termin nennen. Dies wird sein erstes Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sein, nachdem Bennett Netanjahu abgelöst hat, der dieses Amt 12 Jahre lang innehatte.

Trotz der hohen Qualität der Koordinierung in Bezug auf Syrien, die beide Länder beibehalten konnten, gibt es Anzeichen für wachsende Unstimmigkeiten in diesem Bereich. Es bleibt abzuwarten, ob das israelische Ministerkabinett an der bisherigen Politik festhalten wird.

Es wird erwartet, dass die Gespräche vor allem den regionalen Problemen gewidmet sein werden. Die Israelis sind besorgt über die Absicht der P5+1 (Russland, die USA, China, Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich), das Atomabkommen – den Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan (JCPOA) von 2015 über das iranische Atomprogramm – wieder in Kraft zu setzen. Israel glaubt immer noch nicht, dass der Iran, sein regionaler Widersacher, in der Lage ist, sich an internationale Vereinbarungen zu halten.

Syrien, wo die israelische Luftwaffe weiterhin pro-iranische Verbände angreift, die auf der Seite von Damaskus kämpfen, ist jedoch ein anderes Thema. Die Tatsache, dass die russische Seite in letzter Zeit die Rolle ihrer eigenen Waffen bei der Neutralisierung israelischer Angriffe betont hat, wird von arabischen Beobachtern als ein Zeichen für verstärkte Meinungsverschiedenheiten mit Israel angesehen.

Es gab Gerüchte, wonach Moskau zu dem Schluss gekommen sei, dass die IDF ihre Aktivitäten im syrischen Luftraum einschränken sollte, insbesondere nachdem der Putin-Biden-Gipfel Russland angeblich glauben machte, dass die USA den Umfang und die Häufigkeit der israelischen Operationen in Syrien nicht billigten.

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Wenn Russland und Israel in der Vergangenheit dank der guten persönlichen Beziehungen zwischen Putin und Netanjahu ihre Konflikte lösen konnten, bleibt abzuwarten, ob es Bennett gelingen wird, einen solchen Kontakt herzustellen. Nach Ansicht des ehemaligen US-Sondergesandten für Syrien, Frederic Hof, wird sich an der allgemeinen Stimmung der russisch-israelischen Verständigung über Syrien nichts ändern. Seiner Meinung nach wird Israel weiterhin Ziele im Zusammenhang mit dem Iran und der Hisbollah angreifen, während es Ziele im Zusammenhang mit dem Assad-Regime meiden wird.

Dem pensionierten Diplomaten zufolge könnten Schwierigkeiten nur dann auftreten, wenn sich die Iraner und Syrer während der israelischen Angriffe in derselben Zone aufhalten, während die Anwesenheit russischer Soldaten die Situation noch komplizierter machen könnte. Der Experte ist der Ansicht, dass dies ein schwieriges Gleichgewicht ist, da Russland und der Iran den syrischen Präsidenten unterstützen, während der Kreml weiß, dass der Iran seine eigene Agenda gegenüber Israel verfolgt. Gleichzeitig ist sich Russland darüber im Klaren, dass Israel nicht untätig bleiben wird, wenn seine Sicherheit bedroht ist.

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