Griechenland und USA unterzeichnen Verteidigungspakt

Griechenland und die USA haben einen Verteidigungspakt unterzeichnet, der eine US-Truppenpräsenz „nur wenige Kilometer von der Türkei entfernt“ erlaubt.

Ende dieser Woche unterzeichneten die USA und Griechenland einen Verteidigungspakt, mit dem die türkische Expansion im Mittelmeer zurückgedrängt werden soll, nachdem die Spannungen wegen der türkischen Öl- und Gasexploration in griechischen und zypriotischen Gewässern vor einem Jahr stark zugenommen hatten.

Das Abkommen wurde in Washington von Außenminister Antony Blinken und dem griechischen Außenminister Nikos Dendias unterzeichnet und erlaubt den amerikanischen Streitkräften die erweiterte Nutzung griechischer Stützpunkte. Das Abkommen gibt den US-Truppen rechtlich grünes Licht, jederzeit von griechischen Streitkräften angefordert zu werden, insbesondere wenn der kleine US-Verbündete im Mittelmeer bedroht sein sollte.

Das US-Militär kann nun auf einer Handvoll zusätzlicher Stützpunkte „in erweiterter Kapazität“ trainieren und operieren – eine erhebliche Ausweitung eines früheren Paktes -, so die Beschreibung des Abkommens durch Außenminister Dendias.

Einer der fraglichen griechischen Stützpunkte liegt nur wenige Kilometer von der Türkei entfernt. Um die zweitgrößte Streitmacht in der NATO nicht zu verärgern und zu provozieren, versicherte der griechische Außenminister jedoch Folgendes:

„Dies ist kein Abkommen … gegen irgendjemand anderen“, sagte Dendias in einem Interview mit The Associated Press nach der Unterzeichnungszeremonie, obwohl er feststellte, dass das neue Abkommen eine US-Militärpräsenz nur wenige Kilometer von der Türkei entfernt vorsieht. „Es ist ein Abkommen zwischen Griechenland und den Vereinigten Staaten von Amerika, und der Zweck des Abkommens ist die Stabilität und der Wohlstand unserer beiden Länder“.

Der Vorbehalt kommt, nachdem NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg Athen vorgeworfen hatte, mit der NATO zu konkurrieren“ und sie zu duplizieren“ – angesichts seiner sich vertiefenden militärischen Zusammenarbeit mit Frankreich.

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Dendias hatte seinerseits die Militärpakte und Übungen mit Frankreich als „ein Abkommen, das die NATO ergänzt“ verteidigt und weiter betont: „Es schmälert nicht die Rolle der NATO.“

Unterdessen wirft die Türkei Griechenland seit Jahren vor, Inseln in der Ägäis nahe dem türkischen Festland rücksichtslos zu „militarisieren“…

Griechenland und Zypern werfen jedoch sowohl der NATO als auch der EU seit langem vor, nur lauwarm auf die wachsenden türkischen Gebietsansprüche im östlichen Mittelmeer zu reagieren. So nutzt die Türkei beispielsweise ihre jahrzehntelange Besetzung Nordzyperns, um Ansprüche auf die gesamten Gewässer rund um die Insel zu erheben.

In einigen Fällen haben sich griechische und türkische Schiffe gegenseitig gerammt oder wären beinahe in Schießereien verwickelt worden. Angesichts der verstärkten amerikanischen und französischen Militärpräsenz auf den griechischen Inselstützpunkten könnte die Aussicht auf einen „heißen Krieg“ jedoch schwinden. Trotz der sich verschlechternden Beziehungen zwischen den USA und der Türkei würde Ankara es sich wahrscheinlich zweimal überlegen, bevor es zu einer größeren militärischen Konfrontation kommt.

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