Die EU will neue Regeln in der Arktis durchsetzen

Die Europäische Union bezieht Stellung zur Arktis und fordert, dass sie als vollwertiger Akteur anerkannt wird. Doch dies stößt auf Widerstand.

Die erste Forderung der EU ist ein vollständiges Verbot der Förderung von Kohle, Öl und Gas in der Arktis und den angrenzenden Regionen. Russland hat die Ansprüche der EU auf die Arktis zurückgewiesen. Dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Alexander Novak zufolge ist die neue Forderung der Europäischen Union „durch nichts motiviert, außer durch politische Gründe“. Und eine der Quellen des Kommersant in den staatlichen Strukturen der Russischen Föderation sagte, dass die EU versuche, die Rolle eines „Elefanten im Porzellanladen“ zu übernehmen.

Tatsächlich aber ändert die EU ihre Herangehensweise an die Arktis grundlegend. Seit 2008 versucht Brüssel, zumindest einen Beobachterstatus im Arktischen Rat zu erhalten – einer Organisation, die acht zirkumpolare Staaten (Dänemark, Island, Kanada, Norwegen, Russland, die USA, Finnland und Schweden) vereint. Diese Struktur wird manchmal als „Schattenregierung der Arktis“ bezeichnet, da ihre Mitglieder seit 25 Jahren versuchen, wichtige Fragen in der Region unter sich zu lösen und keine nichtregionalen Akteure zuzulassen.

Ein russischer Beamter, der anonym mit der russischen Zeitung „Kommersant“ sprach, sagte, dass die militärisch-politische Situation in der Region „eindeutig aus einer Pro-NATO-Perspektive bewertet wird“.

Dmitry Akishin von Vygon Consulting sagte der Zeitung, dass die Umsetzung drastischer Maßnahmen zu unvorhersehbaren Folgen führen kann, wie z.B. die Energiekrise im letzten Monat, weshalb es sinnvoller ist, rundum gut informierte Entscheidungen zu treffen. „In diesem Fall handelt es sich um eine gemeinsame Anstrengung zur Dekarbonisierung der Produktion in der Arktis. Um dies zu erreichen, müssen die arktischen Länder gemeinsam eine Reihe von Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen durch die Einführung der besten verfügbaren Technologien und Industriepraktiken sowie die Schaffung von Anreizinstrumenten für solche Projekte ausarbeiten“, sagte er dem Kommersant.

Hier können Sie uns folgen und unsere Artikel teilen:
Pin Share
Lesen Sie auch:  Türkei verlängert Militäreinsätze in Syrien und Irak um zwei Jahre

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.