Eindämmung Chinas: Quad-Treffen in Washington

Die Führer der USA, Indiens, Japans und Australiens treffen sich derzeit in Washington, um die Eindämmung Chinas im asiatisch-pazifischen Raum zu besprechen.

In der US-amerikanischen Hauptstadt Washington treffen heute die Staats- und Regierungschefs der sogenannten „Quad„, bestehend aus den USA, Indien, Japan und Australien, zusammen. Es ist das erste persönliche Treffen in diesem Vierer-Format, seit der Gründung der Gruppe vor mehr als einem Jahrzehnt.

Die Vereinigten Staaten setzen ihren geopolitischen Fokus mittlerweile verstärkt auf die asiatisch-pazifische Region. Begonnen wurde dies mit der „Pivot to Asia“-Politik unter Präsident Barack Obama, die nun von dessen früheren Vize und nunmehrigen US-Präsidenten Joe Biden fortgeführt wird.

Hauptziel dieser Bestrebungen ist es, die Länder in dieser Region stärker an die Vereinigten Staaten zu binden und das stärker expandierende China sukzessive einzudämmen. Natürlich ist dies auch eine passable Möglichkeit für den US-amerikanischen militärisch-industriellen Komplex die Waffenverkäufe in den indopazfischen Raum zu erhöhen. Dies zeigte auch der jüngste U-Boot-Deal mit Australien im Rahmen der AUKUS-Partnerschaft, der zu diplomatischen Verwerfungen mit Frankreich führte.

Washington setzt nun ein deutliches geopolitisches Zeichen gegenüber der Volksrepublik China und hofft, im Laufe der Zeit noch mehr Verbündete in der Region für die eigenen Ambitionen zu gewinnen. Allerdings zeigen sich beispielsweise die ASEAN-Länder dabei eher zurückhaltend, da diese vielmehr dem „sowohl als auch“-Ansatz folgen, wonach gute diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen sowohl mit Peking als auch mit Washington angestrebt werden.

Dies ist auch ein Grund dafür, weshalb die US-amerikanische „entweder, oder“-Politik in Bezug auf China in der Region nur sehr beschränkt funktioniert – beispielsweise mit Südkorea und Japan, die ihre historischen Konflikte mit den Chinesen haben.

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Wahrscheinlich wird man wieder einmal betonen, dass sich diese Gruppe nicht gegen China richtet, wobei die Taten wie so oft nicht den verbalen Beschwichtigungen folgen werden. Vielmehr dürfte in der asiatisch-pazifischen Region nun eine Eskalationsspirale folgen, die jener in Bezug auf Russland im eurasischen Raum gleichen wird.

Von Marco Maier

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