Krise an der weißrussisch-litauischen Grenze kann zu bewaffneten Zusammenstößen führen

Die Spannungen an der Grenze zwischen Weißrussland und Litauen nehmen weiter zu. Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko sagte, dass die von den Litauern abgewiesenen Migranten nicht nach Weißrussland zurückkehren dürfen, schreibt die Nesawissimaja Gaseta.

Die Erklärung Lukaschenkos erfolgte, nachdem Litauen beschlossen hatte, Migranten, die nicht über Kontrollpunkte und diplomatische Vertretungen ins Land kamen, die Einreise zu verweigern.

Am ersten Tag wurden 180 Migranten abgewiesen. Täglich sendet das belarussische Staatsfernsehen Berichte über verprügelte und geschlagene Migranten. Am Mittwoch wurde bekannt, dass ein irakischer Staatsangehöriger bei der illegalen Überquerung der belarussisch-litauischen Grenze seinen Verletzungen erlegen ist.

Angesichts des Befehls Lukaschenkos schließen Experten bewaffnete Zusammenstöße nicht aus. „Sowohl Litauen als auch Weißrussland haben deutlich gemacht, dass sie bereit sind, die Einsätze zu erhöhen. Das ist die Logik der Eskalation, die uns zu einigen Zwischenfällen führt, weil es auf beiden Seiten bewaffnete Leute gibt“, sagte der politische Analyst Artem Shraibman.

Er wies darauf hin, dass Weißrussland bald gemeinsame Militärübungen mit Russland veranstalten werde, was die Situation noch explosiver mache. „Politisch gesehen sind die Bedingungen für eine bewaffnete Konfrontation fast reif“, schloss Shraibman. Auch der Militärexperte Jegor Lebedjuk erklärte gegenüber der Nesawissimaja Gaseta, er schließe bewaffnete Zusammenstöße zwischen Grenzsoldaten nicht aus.

Der Vorsitzende der Liberaldemokratischen Partei Weißrusslands, Oleg Gaidukewitsch, erklärte seinerseits gegenüber der Zeitung Iswestija, dass Minsk zwar nicht gegen seine Verpflichtungen verstoße, das Land aber nicht die Absicht habe, die Frage für die Europäische Union zu lösen.

„Natürlich werden wir die Last des Schutzes der EU-Grenze nicht wie bisher allein tragen, während Litauen Minsk illegale Sanktionen auferlegt und einen hybriden Krieg führt“, sagte er und betonte die Notwendigkeit eines Dialogs zwischen den Parteien, um eine Lösung für die Grenzkrise zu finden.

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