Zeitenwende in der Geopolitik XXIII – Was bringt Völker dazu Krieg zu führen?

Warum führen Völker Kriege? Das lässt sich seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr einheitlich beantworten. Kriege waren vorher nie wohl überlegt. Wer Bilder vom Beginn des Ersten Weltkrieg sieht, der sieht auf den Bahnhöfen Massen von Menschen, die die Soldaten verabschieden. …. Endlich, endlich ging es los gegen Frankreich… Was hatten die Franzosen getan? Eigentlich nichts. Dennoch ist es falsch Deutschland den Beginn des Ersten Weltkrieg anzulasten. Deutschland war durch einen Vertrag an Österreich gebunden, dessen Thronfolger gerade von Serben getötet worden war – ein Ereignis das fernab von deutschen politischen Interessen lag. Dennoch diese Bilder, als es gegen Frankreich ging.

Seit die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg sahen, dass der Krieg praktisch entschieden war und darauf ihre Dominanz über Europa aufbauten, führen sie Krieg auf Krieg aus Kalkül. Wenn früher die Weltreiche Kriege führten, ging es darum eine fremde Kultur durch die eigene zu ersetzen. Dass sich diese Frage Amerikanern nicht stellt, erkennt man leicht, wenn man sich Länder ansieht die die USA verwüstet haben, um dann nach einigen Jahren wieder abzuziehen. Kultur? Dass den USA auch dieses Ergriffensein des Volkes fremd ist, hat wahrscheinlich damit zu tun, dass die Amerikaner von Anbeginn ein Völkergemisch mit völlig unterschiedlichen Ansichten über die Welt waren – das hat sich bis heute nicht geändert.

Ich habe in Russland und später auch bei uns Menschen mit NL-Systemen messen lassen wenn sie unterschiedliche Symbole betrachteten. Ist das betrachtete Symbol der Ethnie des Probanden gemäß, kam es zu emotionalen Aufwallungen die wir dann zu Protokoll brachten. Ein Verkehrsschild bringt keinerlei Aufwallung. Bei Deutschen und bei Russen waren die Reaktionen beinahe kongruent. Eine Rune zum Beispiel ist mehr als ein Parteiabzeichen, sie greift tief ins Unterbewusstsein wo Mythen angesprochen sind die seit langen, langen Zeiten Menschen bewegen und die den meisten von uns gar nicht in Erinnerung sind. Seltsamer Weise lässt eine Rune einen Franzosen kalt. Auch ein Türke und ein Afrikaner werden da nicht angesprochen. Dafür haben sie andere andere Symbole. Es wird sicherlich eine Reihe von Doktorarbeiten kosten, bis man diese Zugänge ins Seelische aufgelistet hat.

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Da diese Bereiche uns zu den Gründen führen, die in einigen Ländern Menschen dazu veranlassen, unter Einsatz des Lebens sich den Befehlen von Truppenführern zu unterstellen, wird dieses Thema hier angesprochen. Denn dass das geopolitisch von Bedeutung ist, daran gibt es keinen Zweifel. Kriege die aus solchen Divergenzen im Gemüt entstehen, gehen von der westlichen Welt zur Zeit nicht aus. Sicherlich sieht das bei Rekrutierung von IS-Kämpfern und ähnlichen Gruppen anders aus.

Im Westen stellt sich Religion meist nur als Attribut zum normalen Leben dar – das ist inzwischen in den meisten islamischen Ländern anders. Wo bei uns mehr und mehr Kirchen leer stehen, ist der Moscheenbau dort in Zunahme begriffen.

Hier bei uns gibt es inzwischen nichts mehr was als „heilig“ gilt. Die Kirchen kämpfen darum gesellschaftlich wieder relevant zu sein – aber wo wirkt sich das aus? Nur dass Religionen überall zu den Kulturfundamenten, gehören sollte einen nachdenklich stimmen.

Von Hans-Jürgen Klose

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