Geopolitik in der Zeitenwende XVI – Atomar verseucht

Nicht nur militärische oder wirtschaftliche Ereignisse bestimmen Geopolitik. Fukushima und Tschernobyl haben auch nach diesen Jahren als Warnung zu gelten. Bis heute werden Land und Wasser radioaktiv verseucht. Die Unbekümmertheit mit der Kernkraftwerke in vielen Ländern weiterbetrieben werden, ist eine bodenlose Ignoranz.

Wir in Deutschland haben zwar den Atomausstieg beschlossen und nach dem Atomgesetz müssten im kommenden Jahr die letzten Meiler bei uns abgeschaltet sein. An sich sollte am kommenden Montag die Entscheidung über die zukünftigen Atomendlager in Deutschland fallen. Die „Bundesgesellschaft für Endlagerung“ gibt allerdings zunächst einmal die Orte und Regionen bekannt in denen auf keinen Fall ein Endlager entstehen soll.

Wer dann letztlich den oder die Schwarzen Peter bekommt, entscheidet sich erst nach der jetzt gerade begonnen Suche. Für den oder die Orte und Regionen wird das dann allerdings das Todesurteil sein, denn dort werden dann sofort die Grundstückspreise fallen, der Fremdenverkehr zum Erliegen kommen sowie Firmen schließen und Arbeitsplätze verloren gehen.

Weiß jemand, wie viele atomare US-Gefechtsköpfe in Büchel, Ramstein und Nörvenich lagern? Und weiß jemand, wie sich atomare Verseuchung über Jahrhunderte hält und Schutzzonen alles Leben von dort fernhalten müssen? Keiner redet mehr davon. Wo sind denn all die Grünen – vergessen? Die Amerikaner haben ihre Atomwaffen, wie ein interner Bericht der US-Luftwaffe beschreibt, auch in Deutschland nur unzureichend gesichert. 30 amerikanische Atombomben lagern in Deutschland.

Amerika hat uns zu einem unkritischen Vasallen gemacht und die Presse und die etablierten Parteien, zu denen man heute die Grünen zählen muss, unterstützen sie dabei. Wo wird über die Folgen einer Verseuchung mit Tritium gesprochen? Tritium das jetzt aus den Tanks in Fukushima mit über 1 Millionen Tonnen verseuchten Wassers ins Meer gepumpt werden soll. 1,4 Millionen Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser ließ Tepco schon nach dem GAU in den Pazifik abfließen.

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Wenn Unwetter mit starken Regenfällen dort über Land gehen, kommt es durch Wasser das in den höher gelegenen Gebieten abregnet und dann unkontrolliert abfließt zu neuen radioaktiven Hotspots. Nicht nur in Japan wird mit Tritium kontaminiertes Wasser bei ganz normalem Betrieb von KKWs ins Wasser geleitet. Tritium ist der wichtigste Kernbrennstoff zur Energiegewinnung durch Kernfusion. Tritium wird auch in bestimmte Kernwaffen eingebracht, um die Sprengstoffwirkung zu vervielfachen.

Sicher will mich jetzt jemand belehren, dass eine Atomwaffe mit einem Atomkraftwerk doch gar nichts zu tun hat. Wie viel Tritium braucht ein Sprengkopf? 3 Gramm. Wie viel Tritium soll jetzt durch Japan eingeleitet werden? Tritium lässt sich filtern. Wer möchte noch ein bisschen? Wie viele Gruppen und Splittergruppen würden viel Geld für den Wissenschaftler geben der da weiterhelfen kann? Wenn wir in einigen Jahren weitere Atommächte haben soll keiner sagen, „Das hab ich doch alles nicht gewusst“.

Von Hans-Jürgen Klose

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