Zeitenwende in der Geopolitik XI – Syrien – Eurasischer Weltanschauungskrieg

Dieser Krieg könnte nicht nur für Syrien, sondern für halb Eurasien entscheidend werden. Wenn Trump die Soldaten aus Syrien abziehen wollte, hat Biden sie gerade wieder aufgestockt. Biden selbst ist, wie Obama seinerzeit, nur ein Gesicht hinter dem sich das was in den USA „Deep State“ heißt, verbirgt. Dem Deep State ist es egal wer Präsident ist. Er hat seine eigene Politik und die ist von Krieg und Gewalt begleitete Wirtschaftspolitik. Wer in den USA Karriere machen will, beugt sich dem Deep State oder er hat so viele Milliarden auf seinen Konten, dass er sich eigene Sender und eigene Infrastruktur bis hin zu einer kleinen Privatarmee leisten kann.

In Syrien werden religiöse und weltanschauliche Gründe vom Deep State der USA benutzt, um ein Land das am funktionsfähigsten im Nahen Osten war so zu zermürben, dass es der Deep State über seine Firmen und Gelder filetieren kann.

Deutsche Politiker die sich zu Syrien äußern, heucheln wie es schlimmer kaum geht – die dumme Karte Menschenrechte die immer gespielt wird, wenn ein anderer Grund für Krieg nicht zu finden ist, ist im Nahen Osten völlig fehl am Platz. Die Bevölkerungen sind patriarchale Strukturen gewohnt und werden durch die Religion darin bestärkt.

Syrien als Diktatur zu bezeichnen die nun umgekrempelt werden muss, hat entweder mit völliger Unkenntnis über den Orient zu tun oder damit, dass ohne Widerstand Gehirne gewaschen wurden. Hat Amerika schon einmal einen der Herrscher in den Arabischen Emiraten einen Diktator genannt? Wie Saudi Arabien, die sicherlich klarste Diktatur in Vorderasien, haben sich auch die Emirate der Militärmission der Amerikaner angeschlossen, die mit Kriegsschiffen den Golf von Oman zu einem amerikanischen Hoheitsgewässer macht.

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Die Saudi-Herrscher sind Wahabiten, das heißt in Saudi-Arabien herrscht die ultrakonservative Lehre des Religionsgelehrten Ibn Abd al-Wahabs als Staatsdoktrin. Er hatte es verstanden als in den dreißiger Jahren die USA die Länder dort aufteilten den Saudis den Zuschlag durch die Amerikaner zu ermöglichen als er sich für die amerikanischen Pläne eines neuzeitlichen Kolonialismus stark machte. Er bekam den Zuschlag für seine Religion und die Sauds die Herrschaft über die Gebiete die von den Anhängern einer anderen Glaubenslehre bewohnt wurden – den Haschimiten. Auf das Bekenntnis zu den Haschimiten steht in Saudi-Arabien heute immer noch die Todesstrafe.

So hält sich in Saudi-Arabien die Familie der Sauds mit ihren 3000 Prinzen in gehobenen Positionen an der Herrschaft. Bis heute werden alle Kulturgüter der alten Lehre in den Städten in Saudi-Arabien wegsaniert. Und so haben die Amerikaner im Herrscher der Sauds ein Bollwerk gegen den schiitischen Iran. Schiiten gelten in Saudi-Arabien als Ungläubige. Was in Saudi-Arabien als Recht gesprochen wird, stellt jedem Europäer der darum weiß die Haare zu Berge. Man schließt als Europäer der derzeit dort leben will am besten eine „Blutgeld-Versicherung“ ab – damit entgeht man im Eventualfall dem Recht auf Rache. Ein Toter kostet derzeit im Wahabiten-Land 60.000 Euro, zu zahlen an die Hinterblieben eines Unfallopfers, wenn man in den Unfall verstrickt war – die gleiche Summe bei Mord. Lieber Leser, das ist kein Bericht aus der Steinzeit – es ist über den wohl engsten Bündnispartner der USA im Orient. Dass noch immer gekreuzigt wird und mit dem Säbel enthauptet wird – warum liest man das bei uns nicht?

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Dass der US-Deep-State seine Hände schützend über Israel legt, hat dieses Land auf seinen paar Quadratkilometern Fläche zur Großmacht gemacht. Ich möchte wissen, wer alle schon bisher Syrien bombadiert hätte, hätte Syrien den Besitz einer Atombombe bekannt gegeben. Israel ist in seinem Bestand zu 98 Prozent von den Vereinigten Staaten abhängig, ist aber wegen seiner Atomwaffen und trotz Saudi-Arabien in der Nachbarschaft der Statthalter der USA. Als Deutscher hat man darüber still zu sein, dass große Teile des Deep State und Israel Glaubensbrüder sind.

Dass Trump das Atomabkommen mit dem Iran aufkündigte zeigt, dass der Kaufmann sich der militärischen Implikationen nicht bewusst gewesen ist. Denn jetzt musste der Kaufvertrag über 50 amerikanische Stealth-Bomber F-35, die an die Emirate gehen, unterzeichnet werden. Eine Waffe, mit der man sonst nicht so großzügig umgeht – damit die Emirate dem Iran, der jetzt aufgrund der Aufkündigung des Atomabkommens hochrüstet, etwas entgegen zu setzen haben. Und darum musste Trump persönlich in den Nahen Osten fliegen um dabei zu sein, wie die arabischen Herrscher außerhalb der Koalitionen Verträge mit Israel abschlossen.

Ach was waren das noch für Zeiten als man Lawrence von Arabien für die palästinensischen Stämme im Kino kämpfen sah. Der arme Lawrence, obwohl Mitarbeiter des englischen MI6, wusste nicht, dass das Land das er den Palästinensern für ihr Kämpfen gegen das Osmanische Reich zum Lohn versprechen durfte, durch Frankreich und England schon der Gründung Israels vorbehalten war.

Von Hans-Jürgen Klose

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