Zeitenwende in der Geopolitik

Wenn hier über Geopolitik veröffentlicht wird, muss als Erstes umrissen werden welche Faktoren die internationale Politik hinter den für die Öffentlichkeit bestimmten Kulissen prägen. Jeder Staatschef und jeder Außenminister hat einen Kreis von Fachleuten von seinem jeweiligen Vorgänger geerbt. Das verleiht der Politik parteiunabhängig eine gewisse Konstanz.

Was wir zur Zeit in den USA erleben, ist so für Europa nicht denkbar – es sei denn, es käme zur Revolution. Die Konstanz vor allem in der Außenpolitik macht die Länder berechenbar, was für den Frieden eine Grundlage ist. Da jedoch mit den zyklisch abgehaltenen Neuwahlen von Regierungen in den Demokratien immer wieder neue Vertreter der Außenpolitik an die Öffentlichkeit treten kommt es zumindest an der Oberfläche zu Veränderungen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die USA sofort die maßgebende Dominanz bei der Neubildung der Staaten in Europa. Besonders Deutschland hat sich bis heute nicht davon emanzipieren können. Das führt jetzt dazu, dass Deutschland die unkalkulierbaren Bewegungen der Amerikaner einfach mitmacht – auch wenn einige Prinzipien dabei außer Acht gelassen werden müssen.

Da sich die Bevölkerungen der Nationen überall nach jeweils typischen Neigungen zu Kollektiven gruppieren, die über ihr Stimmverhalten Parteien ihre Rollen zuweisen, ist die Behandlung dieser Kollektive ein wichtiges Primat der Politik. Hier haben die USA seit dem Zweiten Weltkrieg in der westlichen Welt ihre Nase vorn.

Aber an dieser Stelle kommt es jetzt unweigerlich zu Veränderungen, so dass alle die auf die Gestaltungen die sich jetzt ergeben Einfluss nehmen können, dazu aufgerufen sind, Einfluss zu nehmen.

Die Welt hat bisher nicht verstanden wie England und später die USA Filme, die Millionen in die Kinos lockten, zur Kriegführung und dann zum „Nation building“ einsetzen. Ein Beispiel ist der ab November ’42 in die Kinos gekommene Film „Casablanca“. Bis heute zieht sich der vom Film ausgehende Mythos vom guten Deutschen, dessen Aktivitäten gegen Deutschland gerichtet sind, und dem bösen Deutschen, der für Deutschland eintreten möchte.

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Casablanca, das zu Französisch-Marokko gehörte, war tatsächlich Sammelplatz für die antideutschen Internationalisten. Der Mythos ist heute noch verbindlich. Politiker in Deutschland müssen darum immer bemüht sein, deutsche Interessen möglichst wenig zu bedienen.

Die EU ist das Konzept, das heute darüber wacht, dass Deutschland nicht zu mächtig wird. Von der Leyen hat es endlich an die Spitze gebracht, denn sie ist die „gute Deutsche“ auf dem Parkett.

Inzwischen sitzen Tausende in den US-Think-Tanks und haben die Kriegsführung am Schreibtisch bis hin zur Wikipedia komplettiert. Auf diese Weise wird jeder Aspekt der nicht proamerikanisch ist desavouiert. Überall wo es nicht um Naturwissenschaften oder Sportergebnisse geht ist Wikipedia manipulativ. Die Wikipedia-Autoren bleiben alle anonym, so dass keine Möglichkeit besteht, mit Rechtsmitteln Sachverhalte richtig stellen zu lassen. Zudem ist Wikipedia den europäischen Rechtssystemen dadurch entzogen, dass die Wikipedia Foundation ausschließlich in den USA ihren Sitz hat.

Von Hans-Jürgen Klose

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