Wird es einen Krieg zwischen China und den USA geben?

Es besteht eine latente Kriegsgefahr zwischen der Volksrepublik China und den Vereinigten Staaten von Amerika. Doch Peking versucht zu beschwichtigen.

Neben gelegentlich provokativen, aber meist schrecklich einfallslosen Propaganda-Tweets stellt der Chefredakteur der chinesischen Global Times, Hu Xijing, ein nützliches Stimmungsbarometer für Pekings oberste Machtebenen dar, das sich in einer Zeit, in der ein neuer kalter Krieg zwischen den USA und China ausgebrochen ist, als recht wertvoll erweisen kann.

Deshalb ist die folgende Episode recht aufschlussreich in Bezug darauf, wie China das derzeitige „tit-for-tat“ in der diplomatischen und technischen Kriegsführung zwischen den beiden Supermächten sieht. In einem Beitrag in seiner Global Times schreibt Hu Xijin, dass gegen Ende seines Dialogs mit Qiu Zhenhai, einem Kommentator des Phoenix-Fernsehens am Freitagabend, in einem Video-Chat über das derzeitige harte Vorgehen der USA gegen China ein Netizen fragte: Wird es einen Krieg zwischen China und den USA geben?

Hu antwortete wie folgt:

Erstens ist das Risiko unbeabsichtigter militärischer Reibereien zwischen China und den USA im Vergleich zur Vergangenheit gestiegen, da das strategische gegenseitige Vertrauen zwischen China und den USA fast verflogen ist und die USA ihre militärische Präsenz in Chinas unmittelbarer Nachbarschaft verstärkt haben. Wenn und falls es zu solchen Reibungen kommt, wird es darüber hinaus politisch schwieriger sein, sie mit friedlichen Mitteln unter Kontrolle zu halten oder zu verhindern, dass sie über friedliche Absichten hinaus köcheln.

Zweitens wollen weder China noch die USA einen militärischen Konflikt mit der jeweils anderen Seite. Obwohl sich beide Militärs auf den schlimmsten Fall vorbereiten, will keiner von beiden einen militärischen Showdown. Es gibt daher für beide Seiten Spielraum, Risiken zu bewältigen und eine militärische Krise zu vermeiden.

Drittens: China ist von Natur aus friedliebend. Wir haben keine Ambitionen, eine Hegemonie zu errichten und die USA zu ersetzen. Wir werden im Pazifik oder im Indischen Ozean nicht weiter gehen, um die Interessen der USA herauszufordern. China hat eine tiefgreifende historische Schlussfolgerung, dass ein kriegführender Staat letztendlich untergehen wird. China ist ein vorsichtiges großes Land.

Viertens hat China eine sehr zurückhaltende Definition seiner Kerninteressen, die alle so nah wie vor seiner Haustür liegen. Aber wenn China als Großmacht immer noch ernsthaften militärischen Provokationen ausgesetzt ist, haben wir nichts, worüber wir nachdenken müssen, außer die Herausforderung anzunehmen. China wird die Aufforderung annehmen und die USA vor unserer Haustür sicherlich besiegen. Wenn es um unsere Fähigkeit geht, Menschen und Ressourcen zu mobilisieren, um Chinas Kerninteressen zu wahren, wenn es um den Willen geht, bis zum Ende zu kämpfen, kann sich Washington kaum mit Peking vergleichen, und Washington weiß das besser als wir.

Auch wenn ich nicht weiß, welches die tiefste Ebbe in den Beziehungen zwischen den USA und China sein könnte, weiß ich, dass China ein klares Prinzip hat, das Hegemonien wie die USA vorsichtig macht, wenn sie sich um China bewegen. Natürlich hoffe ich, dass China und die USA alle Unfälle gut bewältigen können.

Um diese naive Interpretation noch einen Schritt weiterzuentwickeln, twitterte Hu am Samstag, dass „China sich nicht auf einen Kalten Krieg einlassen wird. China wird darauf bestehen, sich der Außenwelt zu öffnen, auch den USA gegenüber. Die Trump-Regierung ist am aktivsten, wenn es darum geht, einen neuen Kalten Krieg zu beginnen und sich abzukoppeln, aber das entspricht weder den Interessen der amerikanischen Gesellschaft noch den Interessen Europas. Es kann nicht lange dauern“.

Im Grunde genommen gilt es für die Volksrepublik, die Gewässer direkt vor dem eigenen Land zu sichern. Das ist auch ein Grund, warum man sich seit einigen Jahren vor allem auf die Marine der Volksbefreiungsarmee (PLAN) konzentriert und versucht, zumindest eine Parität mit der US-Pazifikflotte zu erreichen. Dafür werden derzeit auch zwei neue Flugzeugträger gebaut, wie wir bereits berichteten.

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