US-Fracking-Krise: Kommt ein Ölkrieg?

Ein Ölpreis von 40 US-Dollar ist für die US-Frackingindustrie zu niedrig. Ein größerer Konflikt im Nahen Osten könnte dies ändern.

Von Marco Maier

Dank umfangreicherer Sanktionen haben die Vereinigten Staaten schon dafür gesorgt, dass beispielsweise Venezuela und der Iran ihr Erdöl nur noch schleppend loswerden. Der Konflikt in Libyen sorgt ebenfalls dafür, dass von dort nicht zu viel Öl auf die Märkte gelangt. Doch das Überangebot ist nach wie vor zu groß für den angespannten Markt.

Zwar können die Vereinigten Staaten keinen zu hohen Ölpreis gebrauchen, weil dies die eigene Wirtschaft abwürgen würde, doch ein gewissen Preisniveau ist notwendig, um die eigene Frackingindustrie zumindest über Wasser zu halten. Und das liegt jenseits der 60-Dollar-Marke.

Was bedeutet das?

Im Idealfall kommt ein kontrollierter Konflikt am Persischen Golf, der auch den etwas widerspenstigen Saudis etwas Luft aus der Produktion nimmt. Einen zu großen Konflikt will man jedoch vermeiden, da ein zu starker Anstieg der Ölpreise der ohnehin schon angeschlagenen US-Wirtschaft zu sehr schaden würde.

Washingtons anhaltender Druck auf den Iran ist nur konsequent, um die Ölpreise zumindest zu stabilisieren. Ebenso muss der Konflikt in Libyen weiterhin anhalten, genauso wie der Druck auf Venezuela und Russland. Doch wie kann man das Ganze so weit verschärfen, dass die Ölpreise wieder etwas anziehen?

Immerhin haben die ganzen Fracking-Unternehmen inzwischen Liquiditätsprobleme ohne Ende. Aufgrund der niedrigen Ölpreise sinken deren Kreditrahmen deutlich, was die Ausfallswahrscheinlichkeit deutlich erhöht. Und das ist der Haken: Kollabiert die Branche, trifft es auch das ohnehin schon marode Finanzsystem. Das kann sich Washington im Moment gar nicht leisten.

Fazit

In den kommenden Wochen darf ein weiterer Spannungsaufbau in jenen Regionen erwartet werden, die für die Preisentwicklung von Erdöl wichtig sind. Und das sind gar nicht einmal so wenige.

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