Syrien-Krieg: Treffen im Astana-Format war erfolgreich

Nach wie vor ist das Astana-Format für den Friedensprozess in Syrien wichtig. Beim jüngsten Online-Treffen gab es offenbar weitere Fortschritte.

Von Redaktion

Das Astana-Format (Russland, Iran und Türkei) für die syrische Einigung ist nach wie vor relevant und trägt dazu bei, die Situation in dem vom Krieg heimgesuchten Land im Nahen Osten schrittweise zu normalisieren, teilten Experten Izvestia nach einem trilateralen Online-Gipfel am 1. Juli der Präsidenten Russlands, des Irans und der Türkei mit.

Während der Videokonferenz kritisierte der russische Präsident Wladimir Putin die Sanktionspolitik westlicher Staaten gegen Syrien und forderte seine iranischen und türkischen Kollegen auf, zusätzliche Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung in Betracht zu ziehen. Die Staats- und Regierungschefs der drei Länder haben eine gemeinsame Erklärung abgegeben, in der sie ihr Engagement für die territoriale Integrität Syriens zum Ausdruck bringen.

Die Treffen der Astana-Garantenstaaten sind dringend erforderlich, insbesondere zur Lösung des Konflikts in Idlib, sagte der türkische Politikwissenschaftler Kerim Has.

Es sei jedoch nicht zu erwarten, dass Russland, der Iran und die Türkei den Syrienkonflikt sofort lösen und den Frieden im Land vollständig wiederherstellen können, sagte der Experte gegenüber Izvestia. Das Astana-Trio arbeitet aktiv an der Normalisierung des Lebens in der arabischen Republik. In naher Zukunft werden weitere trilaterale Gespräche stattfinden.

„Außerdem sollte klar sein, dass seit dem letzten Gipfel viele wichtige Ereignisse im Nahen Osten stattgefunden haben, die eine ständige Synchronisation der Uhren erfordern“, sagte Has.

Im Oktober 2019 erklärte der türkische Präsident den Start einer Militäroperation namens Peace Spring in Nordsyrien gegen kurdische Einheiten. Anfang dieses Jahres kam es in Idlib zu Spannungen, nachdem Dutzende türkischer Soldaten gestorben waren, die von Assads Streitkräften unter Beschuss genommen wurden. Als Reaktion darauf startete Ankara eine neue Militäroperation namens Spring Shield, stellte der Experte fest.

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In der Zwischenzeit wurde die Verschlechterung der Situation in Idlib dank der Gespräche zwischen der russischen und der türkischen Führung am 5. März vorübergehend verhindert.

„Im Januar töteten die USA Qasem Soleimani, einen hochrangigen iranischen Befehlshaber. Darüber hinaus verschärft sich die libanesische Krise. All dies schafft zusätzliche Spannungen im Nahen Osten und wirkt sich irgendwie auf die syrische Einigung aus. Deshalb sollten die Treffen im Astana-Format nicht unterschätzt werden“, sagte er.

Immerhin spielen diese Aspekte auch in die Krise in Syrien mit hinein. Sowohl der Iran als auch Kräfte aus dem Libanon unterstützen Präsident Bashar al-Assad im Kampf gegen sunnitische Extremisten, die auf syrischem Territorium Kalifate errichten und das Land zerstückeln wollen.

Eine „Balkanisierung“ Syriens wird laut einigen Experten vor allem von Jerusalem und Washington angestrebt, um infolge der Fragmentierung des Landes die militärische Gefahr für Israel durch seinen Nachbarn zu reduzieren.

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