Nukleare Ambitionen: Washington droht dem Iran mit Krieg

Die Trump-Administration droht dem Iran weiterhin mit Krieg, sollte Teheran tatsächlich mit dem Bau von Atomwaffen beginnen. Russland, China und die Europäer versuchen eine Deeskalation zu erreichen.

Von Redaktion

US-Präsident Donald Trump wird voraussichtlich einen Krieg beginnen, wenn die Aussicht auf die Schaffung iranischer Atomwaffen real wird, sagte der US-Sonderbeauftragte für den Iran, Brian Hook.

Diese Erklärung wurde zu einem besonderen Zeitpunkt abgegeben, als der UN-Sicherheitsrat beginnt, eine von den USA vorgeschlagene Resolution zur Verlängerung des internationalen Embargos für den Waffenhandel mit dem Iran zu erörtern. Es läuft am 18. Oktober aus und Washington glaubt, dass dies eines der Haupthindernisse für die Ambitionen des iranischen Regimes ist, schreibt Nezavisimaya Gazeta.

US-Außenminister Mike Pompeo beschuldigte die iranischen Behörden, das Embargo durch die Lieferung von Waffen an seine Verbündeten im Nahen Osten verletzt zu haben. Er sagte auch, dass dem Iran kein Instrument zur Schaffung von Instabilität in der Region gegeben werden kann, da dies den Ölmarkt beeinträchtigen und vielen Ländern, einschließlich Russland und China, Schaden zufügen würde. Pompeo überzeugte jedoch niemanden.

Auf der Videokonferenz der P5-Gruppe am Dienstag forderten Delegierte aus Russland und China sowie aus Großbritannien, Deutschland und Frankreich (was für die USA besonders unangenehm ist) die Aufhebung des Embargos. Es ist unklar, wann das Treffen zur US-Resolution stattfinden wird, aber nach der Videokonferenz wurde klar, dass eines der ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates ein Veto einlegen wird.

Vladimir Sazhin, leitender Forscher am Institut für Orientalistik der Russischen Akademie der Wissenschaften, stellte fest, dass die USA und Israel, obwohl Hooks Aussage Teil der Propagandarhetorik war, tatsächlich letzte Maßnahmen ergreifen könnten, falls der Iran Atomwaffen erhalten sollte.

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„Aber selbst wenn sich der Iran de jure aus dem gemeinsamen umfassenden Aktionsplan zurückzieht, wird er am nächsten Tag keine Atombombe erzeugen. Dies wird mindestens fünf oder sechs Jahre dauern. Ein möglicher US-Angriff könnte also als Zukunftsaussicht diskutiert werden“, stellte der Experte fest.

Doch die Vereinigten Staaten sind bekannt dafür, stets mit Militärgewalt gegen jene Länder zu drohen, die sich ihren Hegemonialansprüchen nicht unterwerfen und zudem kaum in der Lage sind, sich gegen einen US-Angriff massivst zu wehren. Ein Angriff auf den Iran wäre jedoch äußerst verlustreich und würde für die USA zu einem schlimmeren Desaster als Vietnam, Afghanistan und der Irak zusammen werden.

Aus diesem Grund versucht Washington das Mullah-Regime in Teheran mittels massiver Sanktionen zu schwächen. Doch das große Problem dabei ist, dass all die „Strafmaßnahmen“ nur zu einer Stärkung der erzkonservativen Hardliner führen, während die moderaten Kräfte unter Druck geraten. Damit verschlimmert sich die regionalpolitische Lage jedoch nur noch weiter.

Gleichzeitig versuchen vor allem Russland und China, scheinbar jedoch auch die Europäer, die moderaten Kräfte in Teheran zu unterstützen, um eine Eskalation am Persischen Golf zu verhindern.

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