Nord Stream 2: US-Erpressungspolitik gegen deutsche Firmen geht weiter

Mittels Videokonferenzen haben US-Vertreter den Druck auf deutsche und europäische Firmen erhöht, die an der Erdgaspipeline Nord Stream 2 beteiligt sind. Eine klassische Erpressungspolitik.

Von Marco Maier

Die US-Erpressungspolitik samt Einmischung in die internen Angelegenheiten der Europäer bezüglich der russischen Erdgaspipeline Nord Stream 2 geht weiter. Man droht mit ernsthaften Konsequenzen, weil man „mit dem Feind“ ja keine Geschäfte machen soll, und die Europäer lieber US-Flüssiggas aus Fracking kaufen sollten.

Laut der „Welt am Sonntag“ haben bis zu zwölf Vertreter der US-Politik (Außen-, Finanz- und Energieministerium) den am Pipelinebau beteiligten Unternehmen mittels Videokonferenzen „in freundlichem Ton sehr deutlich gemacht, dass sie die Fertigstellung der Pipeline verhindern wollen“, zitiert die Zeitung einen Beobachter der Gespräche: „Ich glaube, dass die Drohung sehr, sehr ernsthaft ist.“

Unternehmen, die trotzdem am Bau festhalten wollen, sollen laut CAATSA (Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act) unter anderem vollständig vom US-Markt ausgeschlossen werden, zudem drohen auch Einreiseverbote für deren Mitarbeiter. Und nicht nur das: auch die Banken dieser Unternehmen sollen davon betroffen sein, was den finanziellen Druck auf die Firmen massiv erhöht, da die Kreditinstitute in solch einem Fall die Konten dieser Unternehmen kündigen werden.

Die Trump-Administration, deren Motto „America First“ lautet, richtet ihre Politik auch gegenüber ihren „Partnern“ und „Alliierten“ so aus, dass diese ihre geschäftlichen Beziehungen mit „Feindstaaten“ wie Russland, China oder dem Iran gefälligst abbrechen sollen. Die angeblich „guten Beziehungen“ zwischen Trump und Putin entpuppen sich hierbei als eine Farce der amerikanischen Seite. Während der Kreml an einer Verbesserung der Beziehungen interessiert ist, übt sich das Weiße Haus weiterhin in feindseligen und aggressiven Maßnahmen.

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Und die deutsche Bundesregierung? Die gibt sich wegen der US-Erpressungen gegenüber den deutschen Unternehmen weiterhin zurückhaltend: „Das Auswärtige Amt hat Kenntnis darüber, dass die US-Seite Gespräche mit deutschen Unternehmen führt, um die CAATSA Durchführungsbestimmungen zu erläutern“, bestätigte das deutsche Außenministerium auf Nachfrage: „Das Auswärtige Amt ist mit den Unternehmen dazu ebenfalls in Kontakt.“

Es stelle eine „neue, traurige Qualität“ dar, „wenn die USA ohne nennenswerte Konsultation der Bundesregierung deutschen Unternehmen Sanktionen androhen“, sagte Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft der „WamS“. „Wenn wir uns von Drittstaaten unsere Energiepolitik diktieren lassen, ist das ein gefährlicher Präzedenzfall: Das gleiche kann ja übermorgen auch den Chinesen einfallen.“ Amerikanische Vorhaltungen, Deutschland finanziere durch seine Gaskäufe die russische Rüstungsindustrie, seien „unfair“ und „nahe an fake news“, kritisierte Harms.

Die USA hätte ein weit höheres Handelsdefizit mit Russland als Deutschland – und dies basiere ebenfalls hauptsächlich auf US-Öl-, zum Teil auch Gaskäufen in Russland. „Wenn es darum gehen würde, Russland zu schwächen und Einnahmen zu verringern, hätten die USA also wunderbare Möglichkeiten dazu im eigenen Land“, kritisierte Harms. „Stattdessen beschließt man Sanktionsgesetze, die praktisch ausschließlich auf europäische Kosten gehen.“

Offenbar klingelt es manchen deutschen Politikern langsam im Gehirn und sie erkennen, welche egoistische Politik Washington (und das nicht erst seit Trump) durchführt. Während die Amerikaner nämlich nicht davor zurückschrecken, ihre eigenen „Partner“ und „Alliierten“ zu sanktionieren, machen sie selbst im eigenen wirtschaftlichen und finanziellen Interesse weiterhin entsprechende Geschäfte.

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2 thoughts on “Nord Stream 2: US-Erpressungspolitik gegen deutsche Firmen geht weiter

  1. Wirtschaftsminister Altmeier und Außenminister Maas, die Männchen ohne Eier in der Hose, haben keine Skrupel Rentner alsAllmosenempfänger zu diffamieren oder Beihilfe zu Putsch zu leisten, aber den Mut zumDurchsetzen vonRech und Gesetz gegen amerikanische Interessen, der fehlt ihnen. Sie vertreten nicht Deutschland, sondern amerikanische Multi’s

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